Dienstag, 25. Februar 2014

Changu Narayan



Changu Narayan ist ein Kraftort im Kathmandutal. Ein heiliger Ort, der Gott Vishnu gewidmet ist. Hier findet man den ältesten Hindutempel im Kathmandutal. Changu Narayan ist einer der vier Narayan-Tempeln, die der Herrscher Haridatta Varma im 4. Jahrhundert errichten ließ. Das Wort Narayan bedeutet Gott Vishnu in der Sanskrit Sprache.

Über die Geschichte findet man bei Wikipedia reichliche Informationen. Ich möchte sie in diesem Blog nicht verdoppeln, bei Interesse können Sie einfach dort nachlesen.

Changu Narayan Tempel

In Changu Narayan erlebte ich unglaubliche Gegensätze. Einerseits berührte mich dort bei meinen Besuchen die gelebte und vollkommen verinnerlichte Religion, andererseits sah ich ein zutiefst verdrecktes und stinkendes Dorf. Als wäre im Hinduismus eine gewisse Dynamik feststellbar: Lasse alles so, wie es ist, die Götter wollten das so, du bist nur ein Mensch, also mische dich nicht ein. Putze nicht, ordne nichts.
Und gerade diese fatalistische Einstellung war und ist faszinierend.

Spielen am Tempel

In Europa achten wir auf unsere Kunstgegenstände, niemand darf sie berühren oder beschmutzen. In Changu sah ich Scharen von Kindern, die vor dem Tempel auf uralten bronzenen Elefanten ritten oder für das Räucherwerk und Öllampen hingehängten Ketten als Schaukelanlage benutzten.


Ein kurzes Video von mir über die Tempelanlage befindet sich hier: 

Die Fotos nahm ich 2010 sowohl im Bergdorf als auch in der Tempelanlage oben am Berg auf.
Frauenkreis im Dorf Changu Narayan



Vishnu mit Naga und Garuda
Vishnu auf dem Rücken seines Krafttieres

Bunte Holzschnitzerei

Singharaja und Singharana

Kommentare:

  1. Ja! Dieser Gegensatz ist unglaublich, spannend die Idee, das als "Nicht Ordnen!, "Nicht Einmischen" in die Natur zu sehen, vielleicht auch als bedingungslose Hingabe, keine Konsequenzen überlegen. Im Unterschied zu unserem westlichen planenden, aber eben wenig spontanen Denken. Ein wunderschöner Beitrag, alles Liebe, Edith

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    1. Danke. Ich glaube, es ist tatsächlich eine der größten Aufgaben: sich nicht willentlich einmischen, aber dann doch einmischen, indem man "verbunden" handelt. Wie Störche, Bären und Ameisen.

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  2. Toller Beitrag mit schönen Fotos.
    Vielen dank dafür.

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